Jubiläumskegelturnier 20 Jahre GSV Bautzen 1990 e.V.

Unsere Teilnehmer:
Peter Stöckl, Herbert Glatzmayer, Ramiz "Rambo" Delagic, Franz-Josef Pamer und Walter Vala
Als "Schlachtenbummler" mit dabei: Hermine Juritsch, Claudia Pütz

Der GSV Bautzen 1990 e.V. feiert heuer sein 20jähriges Bestandsjubiläum und lud aus diesem Anlaß viele Vereine zu Jubiläumsturnieren im Kegeln und Bowling ein.
Auch an uns erging eine Einladung, die wir gerne annahmen. Natürlich nur für das Kegelturnier, das im 100-Wurf-Modus abgehalten wurde.

Da das Turnier und Jubiläumsfest am Samstag, den 31. Juli 2010, stattfinden sollte und wir für die Anreise mit der Bahn genügend Zeit brauchten, reisten wir bereits Donnerstagabends von Wien ab. Mit von der Partie waren auch zwei Schlachtenbummlerinnen: Claudia, die Partnerin von Franz-Josef Pamer und Hermine, Partnerin von Walter Vala.
Die Abfahrt vom Wiener Westbahnhof erfolgte um 22 Uhr. An der Grenze zu Tschechien mussten wir 2 Stunden warten. Der Zug blieb einfach stehen und wir wussten nicht, warum. Lautsprecherdurchsagen konnten wir nicht hören und nirgends stand etwas von einer Verspätung. So vertrieben wir uns die Zeit mit Kartenspielen. Peter, Rambo, Walter und ich spielten eine Partie Skat nach der anderen, während Herbert uns zuschaute und dabei aufpaßte, dass nur ja keiner mogelte. Hermine und Claudia machten das, was alle Frauen gemeinsam haben: Plaudern, plaudern und immer wieder plauderen, bis die letzte Neuigkeit bei der anderen angekommen war. Langsam wurden aber alle müde und schliefen nach und nach ein. Nur Peter und ich haben anscheinend Nachteulenblut in den Adern, wir schliefen überhaupt nicht.

Freitag früh um 9 Uhr kamen wir dann in Bautzen an. Vom Bahnhof zum Hotel war es nur ein 10-minütiger Fußmarsch, der uns nichts ausmachte. Wir waren überrascht, wie wunderschön und nett unser Hotel aussah, als wir es erreichten.
Da wir die Zimmerschlüssel erst später ausgefolgt bekommen, parkten wir einstweilen unser Gepäck im Hotel und unternahmen einen kleinen Stadtbummel. Alle lechzten nach Kaffee und einem ordentlichen Frühstück. Bald fanden wir ein Cafe, wo wir uns endlich ausgiebig laben konnten nach den Anstrengungen der mehrstündigen Nachtfahrt.
Danach besichtigten wir die Stadt, gingen durch alte Gassen, an historischen Gemäuern vorbei und entdeckten auch einen Friedhof, der irgendwie doch reizend aussah, obwohl er den Tod beherbergte.
Das Essen im Hotel abends war sehr gut, die Bedienung ausgesprochen nett und freundlich.

Am Samstag ging es dann zum Turnier, das um 8 Uhr begann. Peter dachte, er könne wegen seines lädierten Knies nicht spielen. Zudem musste er bei der Sightseeingtour durch Bautzen viel gehen, das für sein Knie nicht gerade förderlich war. Aber an diesem Vormittag fühlte er sich einfach gut, so riskierte er es, mitzuspielen. Leider hatten dann beim Spiel alle von uns einen schwarzen Tag. Nur Rambo schaffte einen 400er, alle anderen blieben darunter. Wir wurden zum Schluß 9. in der Mannschaftswertung und damit Letzter. Auch für die Salzburger Kampfmannschaft lief es nicht gut, sie wurden nur 7., wahrend Salzburg "B" den 3. Platz erreichte.

Nach unserem Spiel folgte die Besichtigung des Stasi-Gefängnisses Bautzen. Diese war sehr interessant und hinterließ bei allen einen bleibenden Eindruck. Leider gab es für die Führung keinen Dolmetsch, es gab aber genügend schriftliche Infos überall, um uns das Bild des Schreckens, dass das Gefängnis damals für Insassen und Bevölkerung darstellte, zu verdeutlichen.Trotzdem wäre uns ein Dolmetscher lieber gewesen, denn... deutsche Sprache, schwere Sprache. In der Gebärdensprache wäre uns vieles hinreichend erklärt worden.

Danach zurück in de Gehörlosenclub Bautzen, wo die Jubiläumsfeier samt Siegerehrung stattfand. Rambo nahm den Pokal zu unserem 9. Platz entgegen. Obmann Stöckl hielt eine kurze Rede und gratulierte den Bautzenern zu ihrem 20-jährigen Jubiläum. Anschließend genossen wir das Festprogramm bis in die späte Nacht, bevor wir uns wieder ins Hotel begaben, um dem Sonntag entgegenzuschlummern und alles erlebte in Träumen zu verarbeiten. Manch einer von uns dürfte vielleicht mitten in der Nacht aufgeschreckt geworden sein, wenn er sich in wilden Träumen in einer Zelle des Gefängnisses wieder fand, gefoltert von den Stasis.

Nach einem herzhaften Frühstück ging es dann am Sonntagvormittag geradewegs zum Bahnhof, wo wir um 9:50 Uhr den Zug in Richtung Heimat bestiegen. Die lange Fahrt vertrieben wir Männer uns wieder mit Skaten, während die Frauen alles Erlebte durchplauderten und sich danach beim Lesen entspannten.
Wir kamen dann um 18:30 Uhr wohlbehalten und ohne Verspätung wieder in Wien an.

Die Reise nach Bautzen war sehr interessant, Kaiser Franz-Josef würde an dieser Stelle sagen: "Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut". Da er aber schon längst verblichen ist,übernahm ich diesen Ausspruch, bin ich doch ein (Vor)Namensvetter von ihm...

Bericht: Franz-Josef Pamer in Zusammenarbeit mit Claudia Pütz

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