Kegelturnier 101 Jahre GSV Berlin |
Auf Einladung des GSV Berlin, der heuer sein 101-jähriges Jubiläum feiert, nahmen wir mit zwei Mannschaften an dessen Kegelturnier am 21. Juni 2008 teil. Da die weite Anreise mit Auto oder Bahn einfach zu anstrengend wäre, beschlossen wir, den Flieger in die Hauptstadt Deutschlands zu nehmen. |
Peter ließ sich „Visas“ in den Pass stempeln, um zu beweisen, dass er im „gefährlichen“ Berlin war. Dann schnappte er sich eine der Schönen, die auf der Promenade in ihren historischen Kostümen auf Ablicht-Kunden warteten und ließ sich mit ihnen vor der Kulisse des Brandenburger Tores für immer und ewig auf Zelluloid bannen. Schade eigentlich, dass er sie nicht auch nach Hause mitnehmen und im Wohnzimmer aufhängen konnte, dafür waren sie eigentlich zu schwer. Auch Rambo tat es Peter nach, ließ sich mit den Schönheiten fotografieren und stolzierter dann mit stolzgeschwellter Brust näher ans Brandenburger Tor, um es genauer zu begutachten. |
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So freuten wir uns alle auf unseren ersten Flug zu einem Turnierort und fieberten dem Abreisetag entgegen. Dieser wurde auf Freitag, 20. Juni 2008 festgesetzt. Wir wollten uns natürlich auch vor und nach dem Turnier Deutschlands Stadt der Superlative ansehen, so planten wir, bis Sonntag, 22. Juni, in Berlin zu bleiben. Wir hatten noch etwas Zeit, genehmigten wir uns nach demCheck-In im Aussichtsterrassenrestaurant noch einen Drink, bevor wir auch die Sperre passierten und kurz darauf den Zubringerbus bestiegen. Die Maschine war schon startbereit, als wir ankamen und die Gangway rauf stiegen. Wir mussten nicht allzu lange warten und rollten wenig später zum Runway, wo der Düsenvogel kurz stehen blieb, bevor er alles rausbrüllte, was er in der Kehle, äh... in den Turbinen hatte und mit mächtigem Ruck losjagte, dem blauen, von wenigen Wolken verhangenen Himmel entgegen. Die schneeweißen Wolken empfingen uns Minuten später und entfalteten sich darauf unter uns zu einer wahren Pracht, an der man sich einfach nicht satt sehen konnte. |
Helmut führte uns dann hinters Brandenburger Tor, wo sich eine Gedenkstätte befand. Wir hatten nun genug gesehen und sehnten uns nach einem kühlen Bier. Mit dem Bus und der U-Bahn ging’s draufhin zurück ins Berliner Zentrum, wo wir beim Kurfürstendamm ausstiegen. Neben der Gedächtniskirche gönnten wir uns alle den köstlichen Gerstensaft und entspannten uns vom anstrengenden Fußmarsch. |
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Der Flug verging sehr schnell. Man plauderte miteinander, las Zeitung, genoss einen Drink und wer Hunger hatte, bekam einen Snack, der sich allerdings pappig und trocken anfühlte, dass viele drauf verzichteten. Nach einem 75-minütigen Flug setzte dann die Maschine pünktlich um 9:20 in Berlin-Tegel auf und rollte langsam zur Abfertigungshalle. Bustransfer gab es keinen, wir gingen nach dem Aussteigen das kurze Stück zum Terminal zu Fuß. Auf das Gepäck mussten wir auch nicht lange warten, alles war schnell da und nichts fehlte. Beim Ausgang erwarteten uns schon Vereinsmitglieder des GSV-Berlin, darunter Kegel-Sektionsleiter Marco Guttke. Man lotste uns zunächst zum Hauptterminal, wo schon ein vereinseigener Bus wartete. Dort trafen wir auf die Salzburger, die ebenfalls per Flugzeug mit zwei Mannschaften anreisten. Wenig später gesellten sich auch die Grazer dazu, die sich die Wartezeit auf uns mit einem Drink in einem der zahlreichen Restaurants und Snackbars verkürzten. Wir einigten uns dann drauf, dass der Bus zunächst die Salzburger zu ihrem Hotel bringt, wir unter Führung der Berliner mit der U-Bahn ins Zentrum fahren und dort mit dem Bus, der dann zum Treffpunkt kommen würde, nachdem er die Salzburger abgeladen hatte, weiter zum Hotel. So war es dann auch, nach einer längeren, beinahe einstündigen Fahrt mit dem Berliner „Maulwurf“ stiegen wir in der Kochstraße aus. Diese lag unmittelbar an der weltberühmten Friedrichsstraße, wo sich der nicht minder berühmte, aber auch berüchtigte „Checkpoint Charlie“ befand. Die Amerikaner tauften diesen Grenzübergang, über den Menschen aller Nationen in den Ostteil der damals geteilten Stadt rüber durften, liebevoll auf diesen Namen. Für die Westberliner gab’s damals noch andere Grenzübergänge, die allerdings nur sie und keine Ausländer – auch keine Westdeutsche - benutzten durften. Der Bus traf dann nach einiger Wartezeit auch ein und brachte uns gleich zum Hotel, das nicht weit entfernt von der Friedrichsstraße lag. Als wir das Hotel „Courtyard by Marriott Berlin“ erreichten, waren wir angenehm überrascht. Es war ein sehr gutes Hotel, vor kurzem neu erbaut und lag wenige Meter hinter der ehemaligen Mauer im Ostteil Berlins. Zu DDR-Zeiten hätten wir wahrscheinlich nicht gern in unmittelbarer Grenznähe übernachtet. Das wäre sicher auch nicht möglich gewesen, da die DDR-Führung alles Wohnen und Aufenthalte innerhalb der Mauer-Sperrzone untersagte, um die Flucht in den Westen zu verhindern. |
Nach einer guten Stunde begaben wir uns dann wieder zum Hotel zurück, wo wir unsere Zimmer in Empfang nahmen und das Gepäck darin verstauten. Nach einer kurzen Rast, die so mancher dazu benützte, sich den „Reisestaub“ abzuduschen, brachen wir wieder auf und wollten uns mit den Berliner Gehörlosen in ihrem Vereinslokal treffen. Dieses lag unweit des Checkpoint Charlies im Stadtteil Neukölln, also auch nicht weit von unserem Hotel weg. Zum Frühstück erschienen am nächsten Tag alle pünktlich und diszipliniert. Nur unser Chauffeur nicht, der ließ ein Weilchen auf sich warten. Als dann der Startbeginn zum Turnier immer näher rückte, wir eben ein Taxi bestellen wollten, tauchte doch plötzlich unser Chauffeur auf und entschuldigte sich wegen der Verspätung. Er hatte einen stressigen Tag hinter sich, am Abend zuvor auch einiges „getankt“, um Bettschwere zu bekommen, die dann aber tiefer und länger ausfiel, als eigentlich wollte. Wir verziehen ihm lächelnd, verstauten unsere Sporttaschen im Bus, stiegen ein und ab ging die Post Richtung Ostberlin, wo sich das Sportzentrum befand, an dem das Turnier abgehalten wird. Der Weg war ziemlich weit und wir brauchten eine gute Stunde bis dahin. Unterwegs gab’s viel Interessantes zu bestaunen und der Fahrer erklärte uns unermüdlich die Geschichte, die dahinter steckte. Am Ziel angekommen, stellte es sich heraus, dass der Startbeginn um eine Stunde verschoben wurde, um allen etwas mehr Zeit zum Herkommen zu geben. Das Buffet hatte noch geschlossen, öffnete erst um 10 Uhr. |
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Der Bus traf dann nach einiger Wartezeit auch ein und brachte uns gleich zum Hotel, das nicht weit entfernt von der Friedrichsstraße lag. Als wir das Hotel „Courtyard by Marriott Berlin“ erreichten, waren wir angenehm überrascht. Es war ein sehr gutes Hotel, vor kurzem neu erbaut und lag wenige Meter hinter der ehemaligen Mauer im Ostteil Berlins. Zu DDR-Zeiten hätten wir wahrscheinlich nicht gern in unmittelbarer Grenznähe übernachtet. |
Die Bahn war gut ausgestattet, es gab 8 Bohlen- und 8 Classic-Bahnen. Wir benützten fürs Turnier natürlich die Classic-Bahnen. Um 9 Uhr ging’s dann endlich los. Nach Ansprache des Turnierleiters begann der Kampf um jeden Kegel. Die Bahn war zwar etwas hart, aber doch zu biegen. 500er gab’s aber trotzdem nicht in Hülle und Fülle. Gespielt wurde in zwei Gruppen – A und B. In der B-Gruppe gewann übrigens der GSV Berlin vor GKK Bremerhaven, GTSV Salzburg, GSC Erfordia und unserer B-Mannschaft. |
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Unmittelbar am Checkpoint Charlie befand sich ein Museum, das so genannte „Museum am Checkpoint Charlie“. In diesem konnte man alles erfahren, das es seinerzeit im geteilten Berlin gab, sowie auch eine ausführliche Geschichte über die DDR und seinem Schreckensregime. |
Die „gute, alte Kommunistenzeit“ mit ihren Billigpreisen ist nun mal vorbei – aber anscheinend nur für das gemeine Fußvolk. Vereine und Institutionen erhalten weiter kräftige Ermäßigungen und Vergünstigungen. So kostet dem GSV Berlin die Bahnmiete für Training auf 2 Bohlen und 2 Classicbahnen zwei Mal die Woche nur 7 Euro monatlich. Davon können wir hierzulande nur träumen, unsere Bahn hier kostet an die Hundert Mal mehr!
Gegen 16 Uhr waren wir dann mit dem Turnier fertig und ließen uns von unserem Chauffeur ins Hotel zurückbringen. Dort entspannten wir uns in der Hoteleigenen Sauna, legten uns ein bisschen aufs Ohr, um für den Festabend genügend Energie zu sammeln. Gegen 18 Uhr brachen wir dann wieder auf, aßen unterwegs in einem Restaurant zu Abend und trafen dann im Berliner Gehörlosenzentrum ein. Der Sonntag begann sehr windig und kühl. Trotzdem schien die Sonne den ganzen Tag, wenn auch nicht so heiß wie in Wien, wie wir später erfuhren. |
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Sogar ein Luxus-Trabi wartete auf Kunden. Dieser sah aus wie ein Pullman-Mercedes, wie er etwa für Staatsbesuche verwendet wird. Sicher dementsprechend teuer in der Miete, worüber wir uns aber lieber nicht erkundigten. |
Als wir später dann die Sperre passierten und auf den Einstieg ins Flugzeug warteten, sprach uns ein Flugbegleiter (Steward) an, dem auffiel, dass wir untereinander gebärden. Er bot uns an, als Erste ins Flugzeug steigen zu können, das wir dankend annahmen. Behinderte werden eben immer bevorzugt und so gesehen ist das doch manchmal für unsereins sehr angenehm oder?... Die Maschine rollte dann kurz darauf der Startbahn zu, als die letzten eingestiegen waren und erhob sich wenig später in den Himmel über Berlin. |
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Es war unmöglich, so ohne weiteres hinein zu fahren, nur Fahrräder und Fußgänger konnten daran vorbei. Für Motorräder wär’s zwar auch möglich, sich zischen die Pfähle durchzuschlängeln, dann würden aber vielleicht die Polizisten in Aktion treten. Wer in die Strass rein wollte, musste sich vorher bei einem Wachtposten melden, der wiederum meldete es dem Wachthäuschen, die schauen auf einer Liste nach, ob eine Genehmigung vorliegt und versenken dann den Pfahl in den Boden, dass man durchkonnte. Selbst Polizei-Streifenwagen mussten sich vorher anmelden, bevor sie rein durften. Uns war schleierhaft, weshalb man die britische Botschaft so überaus scharf bewacht, brachten es aber nicht in Erfahrung, warum das so war. |
Brüllend heiß war’s, als wir aus der Maschine stiegen und zum Transferbus hasteten. Jedem von uns klebte das Hemd am Leib, während der Asphalt beinahe kochte. Nach der Gepäckausgabe beim Förderband verabschiedeten wir uns wenig später am Ausgang voneinander im Bewusstsein, erlebnisreiche Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Bericht: Manfred Weidner |
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Video von Berlin in zwei Teilen |