61. Kegel-ÖM Mannschaft und 5. Sprint
14. - 15. Mai 2010 in Salzburg - mit
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Wieder einmal führte uns der Mannschaft- und Sprintbewerb der Kegel-ÖM des ÖGSV in den goldenen Westen nach Salzburg.
Angereist wurde bereits am Donnerstag nachmittag, dem Christi-Himmelfahrts-Feiertag. Das Wetter war bei der Hinfahrt noch ok, zwar etwas bewölkt, doch ab und zu Sonnenschein. Je mehr wir uns aber Salzburg näherten, desto mehr zogen sich die Wolken zusammen und weinten schließlich, als wir gegen 16 Uhr ankamen.
Zunächst bezogen wir im vorreservierten Hotel "Guter Hirte", das unweit des Gehörlosenzentrums lag, Quartier und begaben uns gleich darauf ins Gehörlosenzentrum, in der Hoffnung, dort ein TV vorzufinden, wo wir die Endspiele der österreichischen Fußballmeisterschaft mitverfolgen könnten. Leider wurde das GL-Zentrum gerade renoviert und von einem TV weit und breit keine Spur. So kehrten wir in einem Wettcafe ein, wo wir uns vom Fußballfieber mitreissen ließen und die Zeit wie im Nu verflog. Den Meistertitel holte sich übrigens Red Bull Salzburg, der seinen Verfolgern Rapid und Austria nicht den Funken einer Chance ließ, obwohl alle drei Vereine ihre Spiele gegen jeweils andere Gegner gewannen.

Gegen 18 Uhr landeten wir wieder im GL-Zentrum, wo schon fast alle Sektionsleiter beisammen waren. Nur auf den Linzer Andreas Prinz mussten wir noch etwas warten. Er befand sich zwar schon in Salzburg, war aber noch auf der Bergfriede, zu der sein Verein einen Muttertagsausflug unternahm. Wenig später traf er dann ein und wir konnten mit der Sektionsleiterbesprechung beginnen.
Diese wurde von Kegelfachwart Peter Friedberger zusammen mit dem ÖGSV-Delegierten Herbert Kanai geleitet. Besonders beim geplanten Cup gab es einige Unstimmigkeiten, die aber geklärt werden konnten. Man einigte sich darauf, den Cup erst im nächsten Jahr zusammen mit dem Mannschaftsbewerb durchzuführen.
Die Sitzung dauerte dann auch recht lange, erst nach 21:30 Uhr wurde man mit allem fertig. Den inzwischen einsetzenden Hunger zu stillen, war nun oberste Priorität aller Sitzungsteilnehmer und "Zaungäste". So nahmen wir dann unmittelbar darauf unser Abendessen in jenem Gasthaus ein, das auch zu unserem Hotel gehörte. Das Essen war sehr gut, besonders die Stelzn, die sich Josef Schiel und ich vorzüglich munden ließen. Zuvor holte ich noch Robert Pucher bei strömenden Regen vom Bahnhof ab, damit er nicht völlig durchnäßt bei uns reinwatschelt.
Nach dem Essen blieben wir nicht mehr lange und suchten alle bald unser Hotel auf, um am nächsten Tag ausgeschlafen und energiegeladen auf der Kampfarena der ASV-Kegelbahnen zu erscheinen.
Wir fanden uns dann auch pünktlich um 9 Uhr dort ein mussten aber dann etwas lange auf die anderen Vereine und den Kegelfachwart warten. Die hatten wahrscheinlich eine unruhige Nacht und holten versäumten Schlaf eben in der Frühe nach...
Nach der Eröffnungsansprache des Kegelfachwarts und ÖGSV-Delegierten, sowie des Salzburgers Christian Unterassinger, begannen die ersten Games.
Von unserer A-Mannschaft begann zunächst Robert Pucher, in den wir unsere ganze Hoffnung legten und ihn während seines Spiels auch kräftig unterstützten. Doch es war nicht sein Tag, er begann sehr schwach, steigerte sich aber von Durchgang zu Durchgang immer mehr, dass er schließlich immerhin 526 Kegel zusammenbrachte.
Alois Standhartinger war als zweiter Spieler für die A-Mannschaft nun an der Reihe. Hervorragende 549 Kegel waren seine Ausbeute, die uns in Stimmung brachte. Doch der Meistertitel war immer noch weit entfernt, denn die Grazer boten ihre stärkste Mannschaft auf. Da spielte es keine Rolle, dass Ales Peperko kurzfristig absagen musste, ein Bicking, Rampre-Fink, Stefan Kermautz und der Profikegler Friedberger wogen ihn leicht auf.
Ich kam nun als 3. Starter unserer A-Jungs zum Zug und nahm mir vor, möglichst viel herauszuholen. Doch denkste, die Bahn mochte mich an diesem Tage auch nicht, ich streifte bloß knapp mit nur einem Kegel weniger den 500er. Ach du Schande, am liebsten hätt ich mich verkrochen und ein Untertauch-Bad in der Salzach genommen, wenns nebenan vorbeifließen würde. Unser letzter A-Spieler, Josef Schiel, hatte auch nicht viel zu bestellen, er kam mit Ach und krach auf gerade noch 510. So begann für uns das große Zittern, ob wir einen Platz unter den ersten Drei schaffen würden. Sehr stark die Linzer, die alle über 500 kamen, Schmidjörg sogar auf 557. Nur lächerliche 10 Kegel fehlten uns zum Schluß auf sie und wir mußten uns mit dem - immerhin - 3. Platz begnügern. Knapp dahinter mit 19 Holz weniger landete die A-Garnitur der Salzburger, bei denen Einberger und Enzinger außer Form waren. Völlig überraschend belegte unsere B-Mannschaft den 5. Platz, nur 14 Kegel hinter den Salzburgern. So knappe Differenzen zwischen 2. und 5. Rang waren bei der ÖM selten zu beobachten.
Zu erwähnen sei noch die Leistung Franz-Josef Pamers und Kurt Riesers, die beide toll überzeugten. Franz schob 548, sein bestes Ergebnis bei einer ÖM! Rieser brachte immerhin noch 541 auf die "Waage" und pushte damit die B-Jungs mit nach oben. Schwach leider Alex Boskovitz, der nur auf 468 kam. Hätte er 501, würde die B-Mannschaft auf dem 3. Platz thronen. Akzeptabel die Leistung Walter Valas, der bei seinem ÖM-Comeback - er war schon vor 20 Jahren mal dabei - immerhin 494 erreichte.
Die Grazer mit Friedberger, der mit 577 Kegel auch den Titel des Tagesbesten einstreifte, Rupert Bicking, 553, Franz-Rampre Fink, 545 und Stefan Kermautz mit immerhin 536 Kegel wurden also mit einem Gesamtholz von 2.111 wieder einmal mehr Meister. Der Vizemeistertitel ging nach Linz (2.094), Bronze an unsere A-Mannschaft (2.084) Blech an SGTSV "A" (2.065), 5. wurde unsere B-Mannschaft (2.051), 6. SGTSV "B" mit 1.921 schon recht weit weg, 7. GSZ Graz "B" (1.912) und 8. LGKSV "B" (1.891)

Die Siegerehrung des Mannschaftsbewerbs wurde abends im Gehörlosenzentrum vorgenommen. Herbert Kanai musste dann vorzeitig Abschied von der ÖM nehmen, da er am Samstag bei einem Orientierungslauf startet.

Wir waren dann alle heiss auf den Sprint, der viel spannender zu werden versprach, als der Mannschaftsbewerb.
Dieser wurde am Samstag pünktlich um 9 Uhr gestartet. Er begann mit einer Sensation: Franz-Josef Pamer eliminierte in der 1. Runde gleich den haushohen Favoriten Peter Friedberger! Danach war er aber so lädiert - Schmerzen im unseeligem Knie - dass er in der 2. Runde gegen Schrattenecker seinen Abschied einreichen musste. Weitere interessante Paarungen der 1. Runde: Pucher - Schiel 2.0, Rieser - Bicking ebenfalls 2:0, Standhartinger - Kermautz 2:1, Waltl - Prinz nach hartem Kampf 2:1, Vala - Boskovitz 2:0 (Alex brachte einfach nichts zusammen) Weidner - Stemeseder 2:0 und Rampre-Fink - Schmidjörg 2:0 (Schmidjörg hatte allen Saft draussen, konnte an seine Leistung vom Mannschaftsbewerb nicht mehr auch nur annähernd anschließen).
In der 2. Runde, dem Achtelfinale kam es zur Begegnung zwischen Rieser und Pucher, die Rieser mit 2:0 für sich entschied. Robert war schon ein bißchen enttäuscht, hatte er sich als Vorjahresmeister doch mehr erwartet. Standhartinger unterlag dann auch Waltl nach zähem Ringen mit 1:2. Auch Vala hatte gegen den Salzburger Grübl nicht viel auszurichten, er verlor aber immerhin nur 1:2. Ich hatte nun den Grazer Donaczi zum Gegner und konnte locker das Spiel mit 2:0 gewinnen.
Im Viertelfinale schaffte es Rieser, Hochradl mit 2.1 zu biegen und befand sich plötzlich im Halbfinale. Ich dagegen bekam den starken Rampre-Fink aufgehalst und zog mit 0:2 bei ihm den kürzeren, also auch draussen. Damit verblieb nur mehr unser Kurtl als einziger Wiener im Bewerb. Er spielte im Halbfinale gegen Schrattenecker und zog ihn mit etwas Glück 2:1 über den Tisch, äh... die Bahn. Damit war der Bann für unseren Kurtl endgültig gebrochen. Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen stieg er dann in den "Endkampf" gegen Rampre-Fink in den Ring. Die ersten 20 Würfe endeten aber für Kurtl in einem Desaster, Rampre-Fink gewann diese glatt. Dann aber glitt er auch auf dem ASV-Eis aus und ging unter, denn Kurtl donnerte ihm 103 lustige Kegelchen um die Ohren. So mußte Sudden Victory (3 Entscheidungswürfe von jedem Spieler) entscheiden.
Das SV entwickelte sich dann zu einem wahren Nervenkitzel, der uns alle den Atem anhalten, ja manchmal sogar vergessen ließ!
Kurtl fällte im 1. Wurf ne Sau, Rampre-Fink gab acht und legte ihm vor - eine Acht!
Im 2. Wurf ließ Kurtl auch die Sau raus, wieder Neune!
Rampre-Fink, auch nicht faul, schob ihm wieder eine 8 zwischen die Beine.
Nun der 3. und letzte Wurf, der Entscheidungswurf sozusagen. Kurtl brauchte nur 8 und hätte damit insgesamt 26, für Rampre-Fink, der bei 16 hielt, wäre auch mit einer Neun nichts mehr auszurichten gewesen.
Doch oh Schreck, Kurtl brachte nur 5 zusammen und stand bei 23. Rampre-Fink grinste diabolisch, warf seine letzte Kugel in die Schlacht und erreichte ein 7 - Gleichstand!
Jetzt Bahnwechsel und Rampre-Fink begann als Erster. Er legte Kurtl eine liebliche 7 vor, die Göttin der Glückszahlen.
Konnte es sein, dass sich Kurtl plötzlich an die Schule erinnerte? Er erreichte nur müde 5 - wie manche im Zeugnis - und lag damit 2 Kegel hinten. Im 2. Wurf dann 6 Kegel bei Rampfe-Fink, abermals 5 für Kurtl. Nun der Entscheidungswurf. Rampre-Fink fällte wieder 6 Kegel. Kurtl brauchte jetzt einen Neuner, um gleichzuziehen. Es wurden aber nur 8, um einen Kegel weniger und Rampre-Fink war damit Sprintkönig!

Der Jubel bei den Grazern war groß, sie hatten dieses Wochenende groß abgeräumt und Mannschafts- wie auch Sprinttitel für sich entschieden.
Wenig später wurde dann die Siegehrung von FW Friedberger vorgenommen. Alle waren froh darüber, dass sie nun die Heimfahrt antreten konnten, denn die zwei Wettbewerbstage waren schon anstrengend genug.

Mit Blickrichtung zur Einzel-ÖM am 12. Juni 2010 in Wien verabschiedete man sich voneinander und zerstob in alle Windrichtungen. Wir kamen dann auch früher als von daheim erwartet in Wien an, schon um 20 Uhr anstatt erst wie sonst in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages.

Bericht: Manfred Weidner

Bilder - Ergebnisse Mannschaft - Ergebnisse Sprint

 

Video - ÖM MS & Sprint 2010 Salzburg