61. Kegel-ÖM Einzel Allgemeine Klasse & Senioren
12. Juni 2010 in Wien - mit Video
Wie besagt ein Sprichtwort so schön?... "Alle Wege führen nach Rom" - diesmal nicht dahin, sondern wieder einmal in unser Wien mit seinen zahlreichen Kegelbahnanlagen. Zum Einzelbewerb der Kegel-ÖM des ÖGSV wurde die Sportanlage des KSV Wien im Pratergelände auserkoren. Deren Obmann, Franz Ertl, erwies sich als wahrer Engel. Nicht nur, dass er mit seiner Crew alles perfekt vorbereitete, er sorgte auch während der Matches für einen reibungslosen Ablauf. So manchem kranken Kegel zog er sogar "einen Zahn", wenn dieser streikte.
Seine dienstbefliessene und überaus nette Damenriege kümmerte sich um unser leibliches Wohl und war auch stets bereit zu einem freundlichen Plauscherl. Verständigungsprobleme?... Mitnichten, man unterhielt sich nicht nur auf gut Deutsch, sogar auf chinesisch, kongolesisch, hindu! Unsere Sprachgewandtheit war eine scharfe Machete zum Zerhauen des Sprachendschungels, wobei man als Sprachwerkzeuge nicht nur Hände, Finger, Füße, Zehen, auch Schulter- und Augenbrauenzucken, sowie ein in allen Farben schillerndes Mienenspiel einsetzte....
EinenTag zuvor, genauer, am Freitagabend fanden sich der TD = "Technische Delegierte" - dieser moderne Ausdruck ersetzt das ältere "Fachwart" (FW) - Peter Friedberger samt den ÖGSV-Delegierten, Präsident Duschet höchstpersönlich mit seinem Vize Herbert Kanai, sowie den Kegelsektionsleitern der teilnehmenden Vereine in unserem Lokal im Handelsministerium zur Kegelsitzung ein.
Die Sitzung begann zwar sehr spät, da Friedberger erst am Abend von Graz loskommen konnte, ging aber dann schnell und zügig über die Bühne. Einige technische Fragen wurden geklärt, Friedberger stellte dazu einen Fünfjahresplan für die kommenden ÖM´s vor samt den Austragungsorten. Die Termine für 2011 sind somit fix: ÖM Mannschaft & Cup werden erstmals zusammen an einem Wochenende (Samstag/Sonntag) am 21./22. Mai 2011 in Mürzzuschlag (4 Bahnen) ausgetragen, organisiert vom GSZ Graz. Das drauffolgende Einzel samt dem Sprint wird vom LGKSV organisiert. Termin: Einzel am Samstag, 18. Juni 2011 in Leonding, Kegelbahn Kremstalerhof (4 Bahnen) und der Sprint am Sonntag, 19. Juni 2011 in der Bosch-Halle in Wels (6 Bahnen).
Der Wettkampftag begann mit strahlendem Sonnenschein schon in der Frühe. Gegen 8 Uhr trafen die ersten Teilnehmer auf der Sportanlage des KSV Wien ein, das sich im weitläufigen Pratergelände befand. Friedberger brauchte keine Anfahrt vornehmen, er übernachtete sozusagen auf der Kegelbahn. Die Sportanlage verfügt nämlich auch über einen Hotelteil. Nach einigem Hallo untereinander und einem schnellen Kaffeeplauscherl begaben sich alle zur Kegelbahn, die unterirdisch angelegt war. Sehr angenehm, wie wir später merkten, als sich eine Afrikahitze über Wien niederließ.
Leider gab es zwei Absagen, beide von den Grazern. Stefan Kermautz konnte wegen der Jugendlandesmeisterschaft nicht weg und Günther Köck aus familiären Gründen auch nicht. So musste der erste Seniorenstarter, unser Mitglied Herbert Glatzmayer, sein Spiel alleine auf weiter Flur durchziehen. Das hatte auch seine Vorteile: Man konnte konzentriert sein und wird nicht durch Mitspieler auf den Nebenbahnen gestört.
Herbert hatte allerdings nicht seinen besten Tag, obwohl er sonst doch sehr gut spielt und oft über 500 erreicht. Diesmal sahen nur 461 Kegel für ihn heraus, er wurde aber trotzdem nicht Letzter!
Nach ihm traten die ersten vier Recken der Allgemeinen Klasse an: Günther Adelsberger, Walter Breser (beide GKCW), der Salzburger Christian Unterasinger und der Grazer Harald Bauer. Während Bauer mit hervorragenden 538 und Unterasinger mit immerhin noch 519 ein beachtliches Ergebnis zustande brachten, brachen Walter (501) und Günther (gar nur 481) stark ein. Besonders für Walter wars bitter, segelt er doch oft jenseits der 550er-Grenze. Er laboriert aber derzeit an einer Ellbogenverletzung, die ihn sehr behindert.
Danach kamen Andreas Prinz (LGKSV), Josef Einberger und Martin Grübl (beide SGTSV) und Wilhelm Donaczi (GSZ Graz) in die Arena. Von diesen vier Spielern war nur Grübl mit 528 etwas erfolgreich, Einberger hielt bei 519 und der Prinz aus Linz hatte sogar nur 512. Für ihn ein Desaster, hatte er doch schon mal 610 erkegelt. Allerdings nicht bei einer ÖM, sonst wär er in die Geschichte eingegangen. Der Einzelrekord liegt übrigens bei 612, aufgestellt von Ales Peperko beim Mannschaftsbewerb in Salzburg 2006.
Nun folgten der starke Gerhard Waltl (SGTSV), Peter Klopf und Johann Nagl (beide LGKSV), sowie unser Josef Schiel. Waltl hatte auch nicht seinen besten Tag, bloß 493 und damit einen Platz weiter unten im Keller.
Sehr stark die beiden Linzer Nagl und Klopf, die beide den zuvor führenden Bauer überholten. Nagl blieb dann um einen Nasenlänge (sprich: 4 Kegel) vor Klopf, zeigte ihm fairerweise aber nicht die lange Nase, sehr sportlich! 
Unser Sepp spielte zwar nicht überragend, aber doch gleichmäßig und konstant. Im 2. Durchgang kitzelte er sogar 104 in den Vollen raus, aber das Gesamtergebnis von 535 war am Ende doch zu wenig, um vorne mitmischen zu können.
Weiter bei den Senioren:
Die nächsten Starter waren unser Walter Vala, Franz Enzinger und Walter Hochradl (beide SGTSV), sowie Ludwig Auer, eine treue wie brave Keglerseele aus Linz. Enzinger überraschte dann alle mit 553 Kegel, die ihm die vorläufige Führung in der Seniorenwertung einbrachte. Einzig allein unser Vala konnte mit Enzinger etwas mithalten. Nach 2 Durchgängen lag er um nur einen einzigen Kegel hinter Enzinger. Der gab aber dann Gas und zischte auf der (Auto)Bahn davon. Trotzdem ist 523 für Walters Debüt nach seiner 20-jährigen Kegelabstinenz mehr als nur ausgezeichnet. Dabei sorgte er für regelrechte Spannung, als er mittendrin vier Mal hintereinander eine "Sau" erlegte, drei davon im Abräumen (!) Hochradl gab sich redliche Mühe, blieb aber letztendlich nur bei unrühmlichen 472 Kegel hängen. Auer war wohl hitzeempfindlich, anders sind seine 328 wohl kaum zu erklären. Man sah ihm zum Schluß an, wie anstrengend es für ihn war.
Jetzt kam die vorletzte Gruppe der Allgmeinen Klasse zum Zug: Unsere Jungs Kurt Rieser und Robert Pucher, Herbert Schrattenecker (SGTSV) und Werner Grünanger (LGKSV). Auch diese schafften es nicht, Nagl die Führung abzujagen. Kurt hielt bei 536, Grünanger bei 532, Pucher gar "nur" 531 und Schrattenecker war mit 492 vermutlich auch ein Hitzefeind.
Anschließend die letzte Seniorengruppe: Walter Brandstätter (SGTSV), Titelverteidiger Rupert Bicking, Volkmar Gaminger (beide GSZ Graz) und meine bescheidene Wenigkeit, die im Vorjahr den Vizemeistertitel errang. Allerdings musste ich mich damals in Salzburg Bicking nur um einen lächerlichen Kegel geschlagen geben, soviel dazu... 
Brandstätter fing sehr stark an, ich hatte regelrecht Mühe, mit ihm Schritt zu halten. Nach Ende des 1. Durchgangs hielt er bei 139, ich bei 138 und Bicking hatte nur 130. Gaminger wollen wir an dieser Stelle ausklammern, er erreichte nur 449 und wurde damit Vorletzter der Grauen-Panther-Klasse.
Im 2. Durchgang brach ich mit 116 stark ein, Brandi nicht so arg, er hatte immerhin 123, während Bicking mir bis auf 3 Kegel näher auf die Pelle rückte. Im 3. Durchgang segelten wir drei in besserem Fahrwasser, Brandi mit 149, ich hatte 144 und Bicking immerhin noch 140. Um den Einzeltitel zu holen, brauchte Brandi im 4. Durchgang nur mehr 142, ich schon 155 und Bicking gar 162. Doch Enzinger, der uns zitternd beobachtete, blieb das Lachen nicht im Hals stecken, er konnte nach unserem letztem Wurf befreit aufatmen. Brandi kam ihm zwar bis auf 6 Kegel auf Tuchfühlung, das wars aber schon. Ich selber konnte nur mehr den 3. Platz vor Vala absichern. Bicking rutschte mit 521 gar hinter Vala zurück und wurde bloß 5.
Zum Schluß startete die "Creme de la Creme" der Allgemeinen Klasse: Peter Friedberger, Franz Rampre-Fink (beide GSZ Graz) unser Alois Standhartinger als Titelverteidiger und Günter Schmidjörg (LGKSV). Rampre-Fink und Friedberger lieferten sich ein wahres Kopf-an-Kopf-Duell. Mal war Friedberger vorn, mal Rampre-Fink. Letztendlich setzte sich doch Friedberger mit 570 Kegel durch und holte sich damit den Meistertitel vor seinem Stallgefährten, der immerhin noch 558 einfuhr. Unser Loisl hatte leider nicht viel zu bestellen, alle Kegel "ausverkauft". Er landete mit 527 gar noch hinter Schmidjörg, der 529 erreichte.
Wer den Gerstensaft liebte, kam jetzt ordentlich zum Zug. Bier durfte für einen Spieler nur nach seinem Spiel in die durstige Kehle rinnen und das wurde dann ordentlich genossen bei der abendlichen Siegerehrung im ASKÖ-Haus an der romantischen alten Donau in Kaisermühlen, wohin wir uns nach dem letzten Spiel alsbald verzogen.
Dort
wars übrigens gerammelt voll, denn es gab als Rahmenprogramm auch eine Grillparty, zu der sich halb Wien einfand. Dazu noch jede Menge an Badmintonspielern aus dem In- und Ausland, die auch ihre Siegerehrung für das 3. internationale Badmintonturnier unseres Vereines dort abhielten. Wem es zu heiss war, der kühlte sich in der alten Donau ab, zu der man nur ein paar Schritte zu gehen hatte. Günther Adelsberger und Walter Breser hatten am Grill alle Hände voll zu tun, um das Volk mit Grillschmankerln zu versorgen.
Gegen 20 Uhr brach dann urplötzlich ein Gewitter los, dass sich alle ins Haus verziehen mussten. Zum Glück wars aber schnell vorbei und man konnte aus dem engen Pferch wieder ins Freie.
Alexander Boskovitz moderierte dann die Siegerehrung des Badmintonturnieres, anschließend übernahm Peter Friedberger fürs Kegeln. Begleitet von Obmann-Stv. Helmut Grill gratulierten sie zu den ersten 4 Plätzen der Allgemeinen- und Seniorenklasse, überreichten den ersten 3 der jeweiligen Klasse Pokale und Medaillen. Einzig allein die Urkunden können erst später ausgefolgt werden, da der ÖGSV-Delegierte Kanai nicht erschien und anscheinend vom Sturm in alle Winde veblasen wurde. Es fehlte nämlich seine Unterschrift auf den Urkunden.
Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, man feierte nun ausgelassen bis in die späte Nacht hinein und nahm anschließend bei der Heimfahrt schöne Erinnerungen mit nach Hause.
Bericht: Manfred Weidner
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