2. Internationales Badmintonturnier in Trencin, Slowakei, am 15. Mai 2010

Vorweg mein Turnierresümee: Ich war ein wenig bekümmert, hatte einen schwarzen Tag beim Badmintonturnier in Trencin, zudem war auch mein Partner Elmar Dejaco verletzt und Alexander Boskovitz musste bei der ÖM im Mannschaftskegeln in Salzburg zur gleichen Zeit einspringen. So lief es für mich nicht so gut wie erwartet.
Doch alles der Reihe nach:

Für die Fahrt nach Wien und von dort weiter nach Trencin mit den Spielern des WGSC 1901 in einem gemieteten Bus hatte ich einige Zeitprobleme. Samstag früh von Tirol anreisen geht nicht, die Zeit war zu knapp, also sah ich mich in den Fahrplänen um, wann es günstiger wäre.
Es ging nur am Freitagnachmittag, zeitgerecht nach Wien zu fahren. Die Alternative, am Samstag in der Früh um 6 Uhr in Wien anzukommen, verwarf ich, wäre zu spät.
Also kam ich am Freitag, 14. Mai, um 18:30 Uhr in Wien an, suchte zunächst eine Jugendherberge am Reumannplatz, die ich leider nicht fand. Dann wollte ich mich im Haus der Gehörlosen in der Waldgasse danach erkundigen, zu meinem Pech war dort aber gesperrt. Mußte also zurück zum Westbahnhof, suchte dort nach Hotels, jedoch waren viele vollbelegt. Erst beim 4. Hotel bekam ich ein Zimmer, das aber sauteuer war – 200.- Euro. Andere, billigere Quartiere zu finden, war schwer.
Am Samstag fuhr ich um 4 Uhr früh mit dem Taxi zum Haus der Gehörlosen in die Waldgasse. Oliver Schinnerer meinte, ich hätte auch in seiner Wohnung übernachten können. Dumm nur, dass ich mit ihm wegen einer fehlerhaften Handynummer keinen Kontakt aufnehmen konnte. So machten sich dann gleich Oliver, Orlin und ich mit dem Mietbus auf den Weg nach Trencin. Unterwegs holten wir Robert Gravogl und Katrin Neudolt ab, die auch beim Turnier mitmachen wollten. Da wir auf der Autobahn fuhren, mussten wir uns eine Vignette besorgen. Die erstanden wir dann beim Zoll an der slowakischen Grenze, wo wir auch eine halbstündige Kaffeepause einlegten. Der Tag war halb bewölkt, halb heiter und etwas kalt.
In Trencin angekommen, erfuhren wir, dass sich 21 Damen und 20 Herren zum Turnier meldeten, alles Gehörlose natürlich.
Der Badmintonsektionsleiter von Trencin, Peter, begrüßte in seiner Ansprache die vielen internationalen und nationalen Teilnehmer aus Tschechien, Österreich, Dänemark und der eigenen Slowakei.
Das Turnier begann vorerst mit dem Mixed, dann wurde Einzel gespielt und zum Schluß Doppel.
Im Mixed spielte ich mit einer Dame gegen Orlin, der ebenfalls eine Partnerin gefunden hatte. Das Game dauerte 3 Sätze lang und war sehr spannend. Meine Partnerin war allerdings schwach, machte immer Fehler und atmete auch nicht in der richtigen Technik, um sich Kraft einzuteilen. So verloren wir leider.
Im Einzel fehlte mir jede Form, auch im Doppel konnte ich nicht an meine Leistungen anschließen. Ich war wie am Boden zerstört.
Das Spiel Peter Vasicek (SKN Trencin) gegen Robert Gravogl (WGSC 1901) war sehr spannend und dementsprechend hart umkämpft. Beide gingen über 3 Sätze und die Technik im Spiel war schöner als in Brixen/Südtirol.
Das Turnier dauerte von 9:00 – 18:30 Uhr. Nach Turnierende ging es zunächst zum Abendessen ins Restaurant. Ich wählte Nudelsuppe, Hühnerfleisch mit Röstgemüse, Kartoffeln und Gemüse, exakt das Gleiche wie im Vorjahr.
Als wir vom Turnierort wegfuhren, begann es stark zu regnen. Robert suchte einen Deaf-Club, der ein großes Deaf-Fest veranstaltete. Leider fand er diesen nicht auf Anhieb und so irrten wir eine Stunde umher.
Dann fanden wir aber doch einige slowakische Freunde, die uns zum Deaf-Fest führten. Es fand in einem Kino statt, in dem ein schöner und interessanter Film mit slowakischen Untertiteln gezeigt wurde. So an die 150 Leute besuchten die Vorstellung, wobei natürlich auch diskutiert wurde.
Nachher Preisverteilung im Deaf-Club, wo schöne Pokale und Medaillen vergeben wurden.
Den 1. Preis im Mixed gewann Robert Gravogl mit seiner Partnerin Katrin Neudolt.
Den 1. Platz im Einzel holte sich ebenfalls Robert Gravogl, 2. wurde Peter Vasicek und 3. der Däne Sondergaard.
Auch im Doppel gewann Robert Gravogl mit seinem Partner Peter Vasicek. Damit holte sich Robert alle 3 Titel des Turniers.
Um 24 Uhr wurde die Tombolaverlosung gestartet. Es gab dabei schöne Sachen zu gewinnen, unter anderem Joghurtbecher, Tassen, Parfüms, auch ein Gutschein für eine Kroatien-Reise war „abzuholen“.
Erst um 1 Uhr früh machten wir uns auf den Rückweg nach Wien. Es herrschte starker Sturm und Regen. Gegen 3 Uhr kamen wir in Wien an, tankten gleich den Mietbus voll, um ihn später korrekt abzugeben.
Ich fragte Oliver, ob ich in seiner Wohnung übernachten könne, um dann im Lauf des Vormittags ausgeruht mit der Bahn wieder nach Tirol heimzureisen. Oliver meinte, seine Wohnung wäre zu weit weg vom Bahnhof, also wurde das nichts. So musste ich 4 Stunden am Westbahnhof im Regen warten, meine Sachen wurden alle nass und ich war froh, als um 6 Uhr endlich ein Cafe öffnete, wo ich mich innerlich und äußerlich wenigstens etwas wärmen konnte.  Um 7:40 Uhr dann konnte ich mich im Zug gemütlich machen und der Heimat auf Schienen entgegenzischen, wobei das „Zischen“ etwas übertrieben ist, ich kam erst um 14 Uhr zu Hause an, voll geschlaucht und müde von diesem anstrengenden Wochenende.
Doch war es insgesamt betrachtet, doch abwechslungsreich und spannend, auch wenn ich beim Badmintonturnier nicht meine volle Leistung bringen konnte.

Bericht: Johann Stöckl, Brixen am Thale

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