Ausflug in die Wachau
Besichtigung Folterkammer Schloß Pöggstall
und Karikaturmuseum Krems

8. September 2007

Unser erster Ausflug im neuen Verein, den wir wie bisher zusammen mit der Spargemeinschaft der Gehörlosen Wiens veranstalteten, führte uns zunächst in die Wachau zum Schloß Pöggstall, wo sich Österreichs besterhaltene und berühmte Folterkammer befindet.

Bereits in aller Frühe ab 6:30 Uhr trafen wir uns beim Sechshausergürtel, wo wir dann pünktlich um 7 Uhr mit dem Bus direkt Richtung Wachau fuhren. Es herrschte an diesem Tag ein leichter Nieselregen, der aber die Stimmung während der Fahrt nicht schmälerte.
Organisationsleiter Karl Boskovitz und Kassier Leopold Schügerl verteilten bereits während der Fahrt die Essensmarken für das Mittagessen, das im Ausflugspreis inbegriffen war.
Helmut Grill informierte dann die Teilnehmer, dass die geplante Schifffahrt nach Krems leider wegen des einige Tage zuvor eingesetzten Hochwassers abgesagt werden musste. Es wird aber einen Ersatz dafür geben, der später allen noch mitgeteilt wird.

Nach der Ankunft im Schloß Pöggstall wurden die mehr als 50 Teilnehmer des Ausflugs für die Führung durch das Schloß in zwei Gruppen unterteilt, der besseren Übersicht wegen.
Christine Grill stellte sich freundlicherweise als Dolmetsch zur Verfügung und machte ihre Sache ausgezeichnet. Neben der Folterkammer gab es auch ein Heimatmuseum mit Werken und Geräten aus der damaligen Zeit, die schmunzelnd bestaunt wurden.

Kurz zur Geschichte des Schlosses:
Ursprünglich als Wasserburg angelegt, ein mächtiger Bau inmitten des Ortes, beherbergt das Schloß Pöggstall die einzige in Österreich im Original erhaltene Folterkammer, sowie ein historisches Rechtsgeschichtemuseum
In der Form einer Wasserburg angelegt, diente die im 13. Jahrhundert angelegte, frühgotische Burg dem Herrschergeschlecht der Maissauer als Wohnsitz und Wehranlage. 1478 begannen durch den Erwerb der Burg durch Kaspar von Rogendorf zahlreiche Bautätigkeiten. Durch Bau- und Kunstwerke wie Wandmalereien, Statuen und Altäre erhielt das Schloß seine bis heute gebliebene Bausubstanz. Einige Pläne für das Schloß sollen vom Nürnberger Maler Albrecht Dürer stammen.

Die bis zum heutigen Tage erhaltene Folterkammer wurde 1593 errichtet, um nicht geständigen Zeitgenossen einige Worte zu entlocken. Zwischen 1795 und 1919 befand sich das Schloß im Besitz der Habsburger, alsdann bis 1986 im Besitz der Republik Österreich und heute im Besitz der Gemeinde Pöggstall.

Im Heimatmuseum waren zu besichtigen: Bäuerliche Geräte und Werkzeuge, handwerkliche und gewerbliche Betriebsstätten (Schneiderei, Schusterwerkstatt, Töpferei, Weberei, Bäckerei, Wäscherei, Uhrmacherwerkstatt, Goldschmiede, Kaffeerösterei, Zahnarzteinrichtung...); "Bauernstube" und "Schwarze Küche"; altes Klassenzimmer; Urkunden, Dokumente, Marktrechtsbelege; Sammlung von Amtskappen und Helmen, Abzeichen, Pfeifen, Münzen und Notgeld; kirchengeschichtliche Belege, Belege für Aberglaube und Magie; Werke ortsansäßiger Künstler.

Zwischen den Führungen konnte man im Schloßcafe einen kleinen oder großen Braunen genießen und das Erlebte im Plausch diskutieren.

Gegen Mittag waren wir fertig und es ging mit dem Bus nach Schuß bei Weiten zum Mittagessen im Gasthof „Weitental Hof“.
Die Speisen dort waren ausgezeichnet, besonders mundete uns die Leberknödelsuppe, bei der die Leberknödel aber riesig waren und fast aus dem Teller rausquollen.
Nach dem Essen erklärte Frau Grill den Teilnehmern, dass man als Ersatz der entgangenen Schifffahrt nach Krems das dortige Karikaturmuseum mit Werken des berühmten österreichischen Karikaturisten Manfred Deix besuchen und der Ausflug danach bei einem Heurigen in Feuersbrunn abgeschlossen werde, das bei allen breite Zustimmung fand.

Während der Fahrt nach Krems konnten wir Stellen sehen, wo die Donau über die Ufer trat. Einge Male musste der Busfahrer einen Umweg nehmen, da manche Uferstrassen gesperrt waren. Bei kleinen Ortschaften hatte unser riesiger Bus Probleme mit dem Durchkommen, besonders wenn es um einen Abstand von buchstäblich einigen Millimetern zwischen den Hauswänden bei besonders engen Strassen ging.
Ein Mal musste vor uns eine lange Schlange Autos zurückfahren, um uns eine Lücke zum Durchfahren zu geben.

In Krems angekommen, stiegen wir direkt neben der berühmt-berüchtigten Strafanstalt Stein aus, die sich direkt gegenüber dem Karikaturmuseums befand. Vielleicht sorgt dieser kuriose Standort des Museums mal für eine Idee bei Manfred Deix, dazu auch mal eine Karikatur aufzustellen.
Das Museum stellte nicht nur Werke von Deix aus, auch von Donald Duck & Co gab es alles zu sehen, wie sich diese Comixfiguren von damals bis heute entwickelten.
Filme und Fotografieren war drin leider verboten, sehr zum Leidwesen vieler. Mit diesem Verbot dürften sich die Museumsbetreiber selbst ein Bein gestellt haben, denn wenn man keine Bilder zeigen kann, gibt es auch keine Werbung dafür. Nur Bilder machen neugierig – besonders uns Gehörlose!

Wir hatten für die Besichtigung viel Zeit und genossen sie auch richtig. Danach versammelten sich alle nach und nach wieder beim Bus, der auf einem Großparkplatz in der Nähe wartete und uns nach kurzer Fahrt zum Heurigen des Weingutes Öhlzelt in Feuersbrunn brachte.
Der Abschluss des Ausfluges wurde dann bei einem guten Viertel Wein, einigen Sturms dazu, samt kräftiger, geschmackiger Jause in aller Gemütlichkeit begangen.
Speis und Trank war sehr schnell zur Stelle, niemand konnte sich über Wartezeit beklagen. Ein volles Lob daher den Wirtsleuten dafür!

Nach einigen Stunden brach man zur Heimfahrt auf und wir kamen nach nicht allzu langer Fahrt alle wohlbehalten wieder in Wien an.

 

Übersetzung



Bilder des Ausfluges in die Wachau

Treffen
Ankunft des Busses
Bei leichtem Nieselregen, der aber keinesfalls störte,
trafen wir uns beim Sechshausergürtel
Ein imposanter Anblick dieses "Riesenbabys" von einem Bus
Busfahrer
Essensmarkenverteilung
Kaiser Franz Josef?... Nee, das ist der Buschauffeur
Karl Boskovitz und Leopold Schügerl verteilen hier die Marken fürs
Mittagessen schon während der Fahrt nach Pöggstall
Burgbesichtigung
Dolmetsch Fr. Grill
Interessiert verfolgte eine der Teilnehmergruppen
Infos über die Schloßgeschichte
Christine Grill übersetzte alles souverän, das der Schloßführer
an Informationen preis gab
Sepperl wird "gehängt"
Kaffeeplausch im Schloß
Sepp Schiel wollte einmal in seinem Leben gehenkt werden.
Prompt erfüllte man ihm seinen "Traumwunsch"
Kurzes Plauscherl bei einem kleinen Braunen
zwischen den Führungen im Schloßcafe
Fr. Grill informiert hier eine Gruppe übers Heimatmuseum im Dach des Turms
Interessiert diskutiert man hier über eine
Schulklasse von Anno dazumal
Über schmale Gänge gings Richtung Folterkammer....
Diese Dame scheint Nerven aus Stahl zu haben, als man sie -
wenn auch nur probeweise - ein bißchen "folterte".
Organisationsleiter Karl Boskovitz (ganz links) war sehr
um das Wohlergehen aller Teilnehmer bemüht

Eine gesellige Runde beim Mittagessen in Schuß bei Weitra
Diese Riesenleberknödel laden förmlich zum Runterschlingen ein.
Rambo und Peterlei heizen die Stimmung noch ein wenig an
Die Teilnehmer stellen sich dem Gruppenfoto zur Erinnerung
Die Strafvollzugsanstalt Stein sahen wir glücklicherweise
alle nur von außen
Wer hat schon nicht mal von den Panzerknackern erfahren? Unter anderem
gabs diese lustigen Figuren auch im Karikaturmuseum zu sehen
Das Karikaturmuseum in Krems gegenüber der Strafanstalt
Ankunft beim Heurigen in Feuersbrunn
Wem läuft bei deiser prächtigen Heurigenjause
nicht das Wasser im Mund zusammen?
Ein Schnäpschen in Ehren kann nach reichhaltigem Essen
niemand verwehren - schon gar nicht diese fröhliche Runde
Gut gelaunt verlassen die Teilnehmer das Weingut und
wenig später waren wir alle wieder in unserem heimatlichem Wien...


Weitere Bilder im Fotoalbum

Es gibt auch einen VIDEOFILM des Ausfluges!
1 DVD+R, Länge: 28 Minuten - Kosten: 5.- Euro
Zu bestellen per Mail bei: Manfred Weidner

Achtung: Wer Videofilm ansehen will, muß haben:

DVD-Player (für TV)
oder
Computer mit DVD-Laufwerk