Tagesausflug zur Burg Kreuzenstein am 19. September 2009

An einem schönen Tag bei herrlich herbstlichem Wetter unternahmen Mitglieder und Freunde des „Gehörlosen Kegelclubs Wien“ einen halbtägigen Autobusausflug nach der Burg Kreuzenstein, die 20 km nördlich von Wien gelegen ist.
Nicht nur viele Erwachsene Gehörlose machten dabei mit, auch eine große Kinderschar gesellte sich dazu, die mit ihrem bunten Treiben Auge und Herz der Erwachsenen erfreute.

Bei der Adlerwarte, in unmittelbarer Nähe der Burg Kreuzenstein vor einigen Jahren errichtet, wurden vielen Zuschauern waghalsige Flugvorführungen gezeigt, die so manchem das Herz in die Hose rutschen ließen.
Die Adler flogen ganz knapp über das Publikum hinweg, ein echter Nervenkitzel!
Auch Flugkünste von Falken, Geiern, Bussarden und anderer Greifvögel bei ihrer Jagd auf Attrappen waren zu sehen.
Um den Greifvögeln eine Tierhaltung auf möglichst artgerechte Weise zu bieten, werden alle Vögel der Adlerwarte Burg Kreuzenstein täglich bis zu fünf Mal frei geflogen.

Anschließend begann die Führung in der Burg Kreuzenstein.
Die Burgführerin erzählte zu Beginn allen Teilnehmern einiges Geschichtlich Interessante. Die Burg befindet sich auf einer Seehöhe von 262 m, die eine schöne Aussicht von dieser  bietet. Errichtet wurde sie vermutlich im 12  Jahrhundert, Genaueres war aber nicht mehr festzustellen. Schon in grauer Vorzeit stand an dieser Stelle ein Ringwall.

Mehr als 400 Jahre lang thronte Burg Kreuzenstein uneinnehmbar über dem Donautal. Von den Formbachern errichtet gelangte die Burg Kreuzenstein 1278 in den Besitz der Habsburger. Bis zum 30 jährigen Krieg war es nie gelungen, die Burganlage zu erobern.

Viele Burgherren herrschten bereits über die Burg.
Im 30jährigen Krieg kamen die Schweden unter Führung von General Torstenson 1641 hierher, die die Burg besetzten und sie nach ihrem Abzug im Oktober 1645 sprengten. Sie war danach ein Trümmerhaufen, und das fast 200 Jahre lang.

Erst der neue Bauherr Graf Johann Nepomuk Wilczek (1837-1922) errichtete 1874 die zerstörte und brachliegende Burg wieder.
Aus nahezu 10.000 Burgen Europas sammelte er viele Teile und gab diese wertvollen Stücke den neuerrichteten Räumen dazu. Sein Ziel war es, eine Familiengruft unter der Kapelle zu schaffen, des weiteren wollte er für Besucher das Mittelalter in der als Museum eingerichteten Burg wieder aufleben lassen. 1874 begannen die Wiederaufbauarbeiten der Burg. Die jährlichen Baukosten betrugen etwa 50.000 Gulden. Vermutlich fällt die Fertigstellung der Burg Kreuzenstein mit dem Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II im Jahr 1906 zusammen.

Dank der perfekten Übersetzung von Frau Christine Grill konnten wir alles genau verstehen und gingen mit Ehrfurcht durch die historischen Räume.
Besonders die Waffensammlung, die wertvollen Rüstungen, von denen eine Einzelne ca. 40 kg schwer ist, hatte es uns angetan.
Im Schlafsaal stand ein kleines Himmelbett, welche die Rittersleute schlafend im Sitzen darstellte.

Nach der Besichtigung der Burg Kreuzenstein ging es mit den Autobus nach Stetten zum Heurigen.
Wohlgestärkt und mit heiterer Laune, bedingt durch süffisanten Wein, verließen wir nach einiger Zeit die gastliche Stätte wieder, um nach Wien zurückzukehren.
Dem Wettergott sei herzlich gedankt, dass er uns einen so schönen Tag schenkte.

Alle waren sehr zufrieden mit der Reiseleitung und Übersetzung in Gebärdensprache von Frau Christine Grill.

Für den nächsten Ausflug im Jahre 2010 ist wieder ein interessanter, erlebnisreicher wie auch kultureller Ausflug geplant. Es geht um einen gehörlosen Künstler, der in die Geschichte einging. Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten….

Bericht: Ferdinand  Boyer

Bilder vom Ausflug

Alles über die Burg Kreuzenstein und die Adlerwarte ist auf dieser Website zu finden