Liebe Mitglieder, Freunde und Gönner unseres Vereines!
Wir erhielten Ende November des Vorjahres eine Mitteilung von der Burghaupmannschaft, die das Regierungsgebäude verwaltet, in dem unsere Kegelbahn untergebracht ist, über Weisung des Wirtschaftsministeriums, wonach uns ab sofort der Zutritt zur Kegelbahn verweigert wird.
Als Begründung gibt man an, dass betriebsfremde Personen im Gebäude nichts zu suchen haben.
Wenig später fand eine Sitzung zwischen Burghauptmannschaft, Sicherheitsdienst und SK Handelsministerium statt.
In dieser beschloss die Burghauptmannschaft, uns den Zutritt auf Dauer zu verweigern, das einer fristlosen Kündigung gleich kommt.
Als weitere Auflage untersagte man uns auch, Auswärtsspiele gegen die im HM verbliebenen Großenzersdorfer auszutragen (!)
In der Zwischenzeit fanden wir eine Ersatzbahn, die nun unsere neue Heimbahn ist.
Es ist die "Kurt Gamauf Kegelbahn" - Wirerstr. 2 -4, 1100 Wien-Favoriten.
Der SKLV Wien und der ASKÖ, sowie sämtliche betroffenen Kegelvereine im Wiener Raum, gegen die wir Meisterschaftsspiele haben, sind von den Änderungen verständigt worden.
Letzte Meldung:
Nach einem klärenden Gespräch am Freitag, 4. Februar 2011, im Gebäude des Wirtschaftsministeriums mit allen betroffenen Parteien - also auch mit uns - wurden alle Gründe genannt, die zur fristlosen Kündigung führten, die aber in manchen Punkten nicht zufriedenstellend sind.
Details dieses Gespräches aus dem Gedächtnisprotokoll wollen wir nun im Folgenden näher erläutern:
Vor zwei Jahren beauftragte das Wirtschaftsministerium eine Sicherheitsfirma mit der Sicherung des Regierungsgebäudes am Stubenring 1 in Wien.
Zu dieser Sicherung gehört unter anderem Vorbeugung gegen allfällige Geschehnisse, wie Brände, Wetterkatastrophen, unbefugtes Betreten des Gebäudes, um nur einige zu nennen. Im Zuge dieser Vorbeugung stellte man fest, dass das Kellergeschoß, in dem sich einige Räumlichkeiten für Sportvereine befinden, darunter auch unsere Kegelbahn, nicht behindertengerecht ausgestattet wäre.
Man war der Meinung, dass wir im Falle eines Räumungsalarms nicht rechtzeitig aus dem Gebäude gebracht werden könnten.
Dem halten wir entgegen, dass ein hörendes Mitglied von uns immer anwesend war und auch einen Brandschutzkurs absolvierte, als man dies verlangte.
Die Bedenken der Sicherheitsfirma zur nicht behindertengerechten Ausstattung ist wohl der Hauptgrund für die fristlose Kündigung unseres Vereines. Alle anderen Vorwürfe, wie unerlaubte Kegelveranstaltungen, Schießübungen und angeblich unberechtigte Weitervermietung des Kegellokals vom SKH an uns sind vom Wirtschaftsministerium nicht genau geprüft worden und betreffen auch nicht unseren Verein.
Beim Vorwurf der Schießübungen wurde nicht unser Verein gemeint, sondern ein ebenfalls ansässiger Schützenverein, der Luftdruckgewehre benutzte. Auch diesem Verein, der einen Vertreter zum klärenden Gespräch mit dem SKH entsandte, wurde urplötzlich gekündigt und er saß, ehe er sich versah, auf der Straße. Seine Schießanlage musste er abbauen, wodurch ihm ein Schaden von ca. 8.000 Euro entstand.
Dagegen fällt unser eigener Schaden mit 2.000 Euro fast nicht ins Gewicht.
Wir finden es aber für sowohl Sicherheitsfirma als auch Wirtschaftsministerium beschämend, dass man urplötzlich über jahrelang ansässige Vereine herfällt, sie einfach so von heute auf morgen "entsorgt", ohne "vorbeugend" auf die Vorbeugungsmaßnahmen hingewiesen zu haben.
Warum ließ man niemanden Zeit, sich zu ordnen, um wenigstens seine Habseligkeiten nicht ganz zu verlieren?
Hätten wir genügend Zeit zur Räumung gehabt, würde uns auch ein teurer Storage (Mietlagerplatz) erspart, wenn wir alle Inventarstücke bis zum Kündigungstermin verkaufen könnten.
In den 21 Jahren, die wir im Handelsministerium waren, ist übrigens nie etwas passiert, das einen Räumungsalarm erfordert hätte.
Die wenigen Monate bis Meisterschaftsende 2010/2011 als Kündigungsfrist wären eine Kleinigkeit gegen diese Reihe von Jahren, die wir bisher im Gebäude verbracht haben.
Als die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde, nannte man uns damals auch nicht den genauen Grund der Kündigung. Man ließ uns monatelang im Ungewissen und hielt es nicht für wert, uns wenigstens zu sagen, was dafür ausschlaggebend war.
Wir fühlten uns diskriminiert, weil der dort noch verbliebene 1. KC Großenzersdorf weiter seinem Spielbetrieb nachgehen kann und in seinen Heimspielen die Gegner bei sich im Gebäude empfangen darf. Uns dagegen wurde das Betreten des Gebäudes ab sofort untersagt - angeblich wegen der Sicherheitsbedenken in Bezug auf die nicht behindertengerechten Ausstattung.
Diese Bedenken könnten getrost wegfallen, alle vom 1. KC Großenzersdorf sind nicht behindert und würden uns sehr wohl bei einem Alarm warnen, weil sie eben anwesend sind.
Auf unsere Frage, weshalb der 1. KC Großenzersdorf immer noch im Gebäude verbleibt, erfuhren wir vom SKH, dass diese Mitglieder des SKH und somit berechtigt sind, dessen Anlagen zu benutzen.
Für die noch ausständigen vier Spiele gegen den 1. KC Großenzersdorf wird demnächst mit der Sicherheitsfirma Kontakt aufgenommen, um wenigstens für diese Spiele eine Ausnahme vom Betretungsverbot zu erreichen.
Das ist der neueste Stand der Dinge.
Fazit:
Es waren lange, schöne und wunderbare Jahre, die wir im Handelsministeriumsgebäude verbringen durften. Nur das Ende haben wir uns anders vorgestellt, nicht SO in dieser Weise...
Der Vorstand des GKC Wien